Mit dem Begriff Euromarkt wird der Handel von Währungen auf internationalen Märkten bezeichnet. Diese Märkte können sich in Ländern befinden, in welchen der Euro Landeswährung ist. Es ist aber auch möglich, dass in dem jeweiligen Land eine andere Währung ausgegeben und gehandelt wird. Der Euromarkt hat nicht zwangsläufig etwas mit dem Euro zu tun. Auf dem Euromarkt werden die Währungen anderer Ländern gehandelt, angelegt und aufgenommen. Das heißt, es werden alle Währungen berücksichtigt.
Der Euromarkt untergliedert sich zum einen in den Eurogeldmarkt, wo lediglich kurze Laufzeiten anfallen und hauptsächlich Bankguthaben gehandelt werden. Zum anderen gibt es den Eurokapitalmarkt. Hier erreicht das Geld lange Laufzeiten. Es ist ein Markt für internationale Anleihen, auch Eurobonds genannt.
Der Charakter des Euromarkts
Diese Art von Geldmarkt arbeitet staatenübergreifend. Daher gelten keine nationalen Vorschriften. Zudem gibt es keine nationale oder internationale Behörde, die den Euromarkt direkt überwacht. Transaktionen finden ausschließlich außerhalb des jeweiligen Hoheitsgebietes der gehandelten Währung statt. Geschäfte über den Euromarkt werden weltweit getätigt. Da der Markt keinen Vorschriften unterliegt, entwickelt er sich fast völlig frei. Einzig und allein der Zins hat einen gewissen Einfluss. Er wiederum wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage.
Obgleich an Euromärkten rund um den gesamten Globus gehandelt wird, findet sich nicht in jedem Land ein Euromarkt. Ob sich ein solcher etablieren kann, hängt von den Vorschriften in den Ländern ab. Gilt zum Beispiel eine Mindestreservepflicht, entsteht kein Euromarkt. Bei der Mindestreservepflicht sind die Einlagen gesichert, es würde dementsprechend dem Euromarkt eine Verpflichtung auferlegt. Daher entsteht in einem derartigen Land keine solche Institution.
Wo findet man Euromärkte?
Traditionelle Euromärkte sind in London, Luxemburg und New York ansässig. In den 1970er Jahren kamen weitere in Asien (Bahrain, Hongkong, Singapur) und in der Karibik (Bahamas) hinzu. In den 1950er Jahren gab es in den USA eine Reihe von Zahlungsbilanzdefiziten. Sie führten dazu, dass sich in Südamerika zahlreiche Euromärkte entwickelten. Der Dollar wurde außer Landes und damit in Sicherheit geschafft. Ein Zurückholen der ausgelagerten Beträge war allerdings aufgrund der gesetzlichen Regelungen nicht möglich. Daher gaben die Banken ihre Einlagerungsbestände als Darlehen an Dritte heraus. Sie machten mit den Zinsen ein gutes Geschäft und der Darlehensnehmer konnte sich darüber freuen, dass der Zinssatz wesentlich niedriger lag als am nationalen Markt.
Die Entwicklung des Euro- Dollarmarktes in den USA war der Auftakt für die Entwicklung von Euromärkten auf der ganzen Welt. Zu Beginn wurden lediglich US-Dollar außerhalb der USA auf dem Euromarkt gehandelt. Heute gibt es viele weitere Währungen wie eben auch den Euro. Wird dieser außerhalb seines Hoheitsgebietes gehandelt, ist es ebenfalls ein Euromarkt.
In den nächsten Jahren werden sich noch einige Euromärkte entwickeln. Es gibt immer wieder Länder, die die idealen Voraussetzungen für das Entstehen eines solchen mitbringen. Zum einen ist hier oft ein hoher Bedarf an Kapital gegeben, zum Anderen werden solche Länder in der Zukunft wirtschaftlich aufstreben. Dazu gehört ein ausgeprägter Finanzdienstleistungsmarkt. Fakt ist, dass es auch in den nächsten Jahren viele Euromärkte geben wird. Sicher werden weiterhin neue Märkte entstehen. Die Welt befindet sich derzeit im Umbruch. Da eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten.
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